Reifenalter & DOT-Nummer: so liest du, wie alt deine Reifen sind

Auf jeder Reifenflanke steht das Herstelldatum – mit der DOT-Nummer findest du in wenigen Sekunden heraus, wie alt deine Reifen wirklich sind.

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026

Das Profil deiner Reifen kann noch tadellos aussehen – und trotzdem können die Reifen zu alt sein. Gummi altert nämlich auch dann, wenn das Auto die meiste Zeit nur steht. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die DOT-Nummer: Sie verrät dir auf die Woche genau, wann ein Reifen produziert wurde.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wo die DOT-Nummer steht, wie du sie liest, warum das Alter überhaupt zählt und ab wann du übers Tauschen nachdenken solltest. Wenn du es schnell willst: Trag die letzten vier Ziffern einfach in den DOT-Rechner ein, dann rechnet er dir Herstelldatum und Alter direkt aus.

Wo steht die DOT-Nummer am Reifen?

Die DOT-Nummer ist in die Seitenwand (die Flanke) des Reifens eingeprägt. Du erkennst sie an den drei Buchstaben „DOT“, gefolgt von einer Reihe aus Buchstaben und Zahlen. Für das Alter interessiert dich nur der letzte Block – eine vierstellige Zahl, die meist in einem ovalen Rahmen sitzt.

Ein kleiner Stolperstein: Auf vielen Reifen ist die vollständige DOT-Kennung nur auf einer Seite eingeprägt. Auf der Innenseite oder der gegenüberliegenden Flanke steht oft eine verkürzte Version ohne die Datumsziffern. Findest du also keine vierstellige Zahl, schau auf der anderen Reifenseite nach – notfalls musst du das Lenkrad einschlagen oder das Rad ein Stück drehen, um die Stelle bequem zu sehen.

DOT-Nummer lesen: WWJJ richtig deuten

Seit dem Jahr 2000 ist das Herstelldatum vierstellig codiert – das macht das Ablesen einfach. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden für das Jahr. Das Schema lautet also WWJJ.

Ein Beispiel: Endet die DOT-Nummer auf 2419, dann wurde der Reifen in der 24. Kalenderwoche des Jahres 2019 produziert – also etwa Mitte Juni 2019. „0823“ wäre die 8. Woche 2023, „5121“ die 51. Woche 2021. Mehr steckt nicht dahinter: zwei Ziffern Woche, zwei Ziffern Jahr.

Reifen, die vor 2000 hergestellt wurden, tragen nur eine dreistellige Datumskennung (zwei Ziffern Woche, eine Ziffer Jahr). Falls du so eine findest, brauchst du nicht lange zu rechnen – ein Reifen aus dem letzten Jahrtausend gehört unabhängig vom Aussehen längst getauscht.

Warum Reifen auch ungenutzt altern

Reifen sind kein totes Stück Material, sondern eine Gummimischung mit Weichmachern und Zusatzstoffen, die den Gummi geschmeidig und griffig halten. Mit den Jahren entweichen diese Bestandteile, und Einflüsse wie Sauerstoff, UV-Licht, Hitze und Kälte setzen dem Material zu. Das Ergebnis: Der Gummi wird härter und spröder.

Ein harter Reifen kann sich auf der Straße nicht mehr so gut „verzahnen“ – der Grip lässt nach, besonders bei Nässe und Kälte. Im Extremfall bilden sich feine Risse in der Lauffläche oder an der Flanke. Das Tückische daran: All das passiert auch dann, wenn das Auto in der Garage steht und kaum Kilometer macht. Ein Reifen mit vollem Profil kann durch sein Alter trotzdem deutlich an Sicherheit verloren haben.

Wie alt dürfen Reifen sein?

Eine starre gesetzliche Altersgrenze für normale Pkw-Reifen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht – maßgeblich ist der Zustand. Trotzdem gibt es eine bewährte Orientierung, an der sich Werkstätten und Hersteller ausrichten.

Als Faustregel gilt: Ab etwa sechs Jahren solltest du Reifen genauer prüfen lassen, und spätestens nach acht bis zehn Jahren gehören sie ersetzt – unabhängig davon, wie viel Profil noch da ist. Das Alter ist hier das eigentliche Kriterium, nicht der Verschleiß. Wichtig: Maßgeblich ist das Herstelldatum auf der Flanke, nicht der Tag, an dem die Reifen montiert wurden.

Diese Spanne ist eine Orientierung, kein Gesetz. Wie schnell ein Reifen altert, hängt stark von Lagerung, Belastung und Witterung ab. Im Zweifel beurteilt eine Fachwerkstatt den Zustand zuverlässiger als jede Jahreszahl – und auch zuverlässiger als ein Rechner. Spätestens wenn du Risse oder sprödes, ausgehärtetes Gummi siehst, solltest du die Reifen prüfen lassen, egal wie jung die DOT sagt.

Profiltiefe oder Alter – was zählt?

Profil und Alter sind zwei getrennte Dinge, und beide müssen stimmen. Beim Profil gibt es eine klare gesetzliche Grenze: Mindestens 1,6 mm Restprofil sind in DE, AT und CH Pflicht. Aus Sicherheitsgründen empfehlen viele Fachleute aber deutlich mehr, vor allem bei Nässe und Schnee.

Praktisch heißt das: Ein Reifen kann fällig sein, weil sein Profil zu dünn ist – oder weil er schlicht zu alt geworden ist. Beides prüfst du am besten unabhängig voneinander. Die Profiltiefe misst du mit einem Profiltiefenmesser oder ersatzweise mit einer Ein-Euro-Münze (der Goldrand ist rund 3 mm breit); das Alter liest du an der DOT-Nummer ab.

  • Gesetzliches Mindestprofil: 1,6 mm (Pkw)
  • Empfehlung Sommerreifen: spätestens ab ca. 3 mm an einen Wechsel denken
  • Empfehlung Winterreifen: spätestens ab ca. 4 mm tauschen
  • Alter: ab ~6 Jahren prüfen, spätestens nach 8–10 Jahren ersetzen

Sonderfälle: wenig Kilometer, aber viele Jahre

Genau dort, wo wenig gefahren wird, wird das Alter zum Hauptthema. Bei den folgenden Fahrzeugen ist das Profil oft noch fast neu, während die Reifen längst über ihre Jahre sind – hier lohnt der regelmäßige Blick auf die DOT-Nummer mehr als der auf das Profil:

Auch das Ersatzrad altert übrigens still vor sich hin. Wenn du es im Notfall wirklich brauchst, sollte es nicht zwölf Jahre alt und ausgehärtet sein – ein Blick auf seine DOT-Nummer beim nächsten Reifenwechsel kostet dich nur Sekunden.

  • Wohnmobile und Reisemobile, die viel stehen und wenig rollen
  • Anhänger, Pkw-Anhänger und Wohnwagen
  • Saison- und Liebhaberfahrzeuge, Oldtimer
  • Zweitwagen mit geringer Jahresfahrleistung
  • Das Reserve- bzw. Ersatzrad im Kofferraum

Beim Neukauf auf frische DOT achten

„Neu“ heißt beim Reifen nicht automatisch „frisch produziert“. Reifen können je nach Lagerdauer schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, bevor sie montiert werden. Deshalb lohnt sich auch beim Neukauf der Blick auf die DOT-Nummer.

Frag im Zweifel nach oder kontrolliere die Ziffern selbst, bevor montiert wird. Reifen, die korrekt und trocken gelagert wurden, sind nach ein, zwei Jahren noch völlig in Ordnung – ein Reifen, der aber schon vier oder fünf Jahre im Regal lag, ist kein echter Neureifen mehr, auch wenn er nie gefahren wurde. Eine starre Grenze, ab der ein Lagerreifen nicht mehr verkauft werden darf, gibt es zwar nicht; viele Händler behandeln Reifen aber bis zu einem Alter von etwa drei Jahren noch als fabrikneu.

Richtig lagern: so altern Reifen langsamer

Wenn du Sommer- und Winterreifen selbst einlagerst, kannst du ihr Altern spürbar verlangsamen. Reifen mögen es kühl, trocken und dunkel – und sie mögen keine Nähe zu Ozonquellen wie laufenden Elektromotoren. Mit ein paar einfachen Punkten holst du das meiste heraus:

So bleibt die Gummimischung länger geschmeidig, und das auf der Flanke abgelesene Alter sagt mehr über den tatsächlichen Zustand aus.

  • Kühl, trocken und vor Sonnenlicht geschützt lagern
  • Komplette Räder (Reifen auf Felge) stehend oder hängend, lose Reifen aufrecht stehend und gelegentlich gedreht
  • Fern von Lösungsmitteln, Benzin, Öl und laufenden Elektromotoren

Kurz nachgerechnet: dein Reifenalter

Das eigentliche Rechnen nimmt dir der DOT-Rechner ab. Du liest die letzten vier Ziffern der DOT-Kennung ab, tippst sie ein, und er gibt dir Herstellungswoche, -jahr und das heutige Alter aus. Bei „2419“ etwa sind das die 24. Woche 2019 – ein Reifen, der heute also schon gut sieben Jahre auf der Flanke trägt und damit reif für eine genaue Prüfung ist.

Behandle das Ergebnis als Orientierung, nicht als Freibrief: Der Rechner sagt dir nur, wie alt ein Reifen ist, nicht, ob er noch sicher ist. Über die Sicherheit entscheiden Profiltiefe, Risse, Lagerung und der Gesamtzustand – und im Zweifel die Fachwerkstatt, nicht eine Zahl.

Häufige Fragen

Wie lese ich die DOT-Nummer richtig?
Such auf der Reifenflanke die Kennung nach den Buchstaben „DOT“ und sieh dir die letzten vier Ziffern an. Die ersten beiden sind die Kalenderwoche, die letzten beiden das Jahr. „2419“ bedeutet also 24. Woche 2019.
Wie alt dürfen Reifen sein?
Eine feste gesetzliche Altersgrenze für Pkw-Reifen gibt es nicht. Als Orientierung gilt: ab etwa sechs Jahren genauer prüfen, spätestens nach acht bis zehn Jahren ersetzen – unabhängig vom Profil.
Mein Reifen hat noch viel Profil – muss ich ihn trotzdem tauschen?
Möglich, ja. Profiltiefe und Alter sind zwei verschiedene Kriterien. Ein alter Reifen kann hart und spröde sein und an Grip verloren haben, obwohl das Profil noch tief ist. Bei wenig gefahrenen Fahrzeugen ist das Alter oft der entscheidende Grund.
Was bedeutet eine dreistellige DOT-Nummer?
Eine dreistellige Datumskennung steht für Reifen, die vor dem Jahr 2000 hergestellt wurden. Solche Reifen sind viel zu alt und sollten unabhängig vom Aussehen längst ersetzt sein.
Wie bestimme ich das Reifenalter am schnellsten?
Lies die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer ab und trag sie in den DOT-Rechner ein. Er rechnet dir Herstellungswoche, Jahr und das heutige Alter direkt aus.
Ersetzt der Rechner eine fachliche Prüfung?
Nein. Der Rechner und diese Tipps geben dir eine Orientierung zum Alter, aber keine verbindliche Rechtsauskunft und keinen Sicherheitsfreibrief. Bei Rissen, sprödem Gummi oder Unsicherheit lässt du die Reifen am besten in einer Fachwerkstatt beurteilen.

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