kW in PS umrechnen – Formel, Faustregel und Tabelle
Im Fahrzeugschein steht die Motorleistung in Kilowatt, geredet wird über PS – mit einer einzigen Zahl rechnest du jederzeit zwischen beiden um.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Du schaust in deinen Fahrzeugschein und liest dort "74 kW". Im Autohaus, in der Anzeige auf dem Gebrauchtwagenportal und am Stammtisch redet aber alle Welt von PS. Diese kleine Lücke zwischen Amtsdeutsch und Alltagssprache musst du immer wieder überbrücken – beim Vergleich von Inseraten, beim Gespräch mit der Versicherung oder einfach, weil du wissen willst, wie stark dein Auto eigentlich ist.
Die gute Nachricht: Es gibt nur eine einzige Zahl, die du dafür brauchst. In diesem Ratgeber bekommst du die exakte Formel, eine Faustregel zum Kopfrechnen, die wichtigsten Beispielwerte und die Erklärung, warum kW und PS überhaupt nebeneinander existieren. Wer es lieber sofort ausgerechnet haben möchte, tippt seinen Wert einfach in den kW-PS-Rechner.
Warum im Fahrzeugschein kW steht – und im Alltag PS
Die offizielle Einheit für Leistung ist seit 1978 das Kilowatt (kW). Es gehört zum internationalen Einheitensystem (SI), und genau deshalb trägt der Gesetzgeber die Motorleistung in dieser Einheit in die Papiere ein. In der Zulassungsbescheinigung Teil I – früher Fahrzeugschein genannt – findest du sie im Feld P.2. Rechtlich maßgeblich ist immer dieser kW-Wert, auch wenn er sich im Gespräch sperrig anfühlt.
PS dagegen ist die ältere Einheit, die fast jeder im Kopf hat. "Wie viel PS hat die Kiste?" fragt niemand mit dem kW-Wert. Beide Einheiten beschreiben dasselbe – die Leistung des Motors –, nur eben mit unterschiedlichen Bezugsgrößen. Deshalb gibt es zwischen ihnen keine Diskussion und kein "ungefähr", sondern einen festen Umrechnungsfaktor, der für jedes Auto gleich gilt.
Was die Zahl eigentlich aussagt: Leistung ist nicht Drehmoment
Bevor du umrechnest, lohnt ein kurzer Blick darauf, was die Zahl überhaupt bedeutet. Leistung ist Arbeit pro Zeit – also wie schnell der Motor Energie umsetzt. Das ist nicht dasselbe wie das Drehmoment, das beschreibt, mit welcher Kraft die Kurbelwelle zieht. Stark verkürzt hängt die Leistung am Drehmoment mal Drehzahl: Ein Motor gibt seine Höchstleistung nur in einem bestimmten Drehzahlbereich ab.
Der kW- oder PS-Wert im Schein ist außerdem immer die Nennleistung – also der höchste Wert, den der Motor unter genormten Prüfbedingungen erreicht, nicht das, was im normalen Verkehr ständig anliegt. Für die Umrechnung zwischen kW und PS spielt das keine Rolle, der Faktor bleibt gleich. Wer den Zusammenhang zwischen Kraft und Drehzahl genauer ausrechnen will, findet im Drehmoment-Rechner die passende Formel.
Die Formel: PS = kW × 1,35962
Eine metrische PS entspricht exakt 0,7355 kW. Umgekehrt steckt in einem Kilowatt rund 1,35962 PS. Daraus ergeben sich die beiden Formeln, die du brauchst:
Du nimmst also entweder den kW-Wert mal 1,35962, um PS zu erhalten, oder du teilst die PS-Zahl durch denselben Faktor, um zurück auf kW zu kommen. Mehr steckt nicht dahinter. Weil der Faktor konstant ist, funktioniert das für einen 40-kW-Kleinwagen genauso wie für einen 300-kW-Sportwagen.
Woher kommt nun ausgerechnet die krumme 1,35962? Sie ist kein Zufallswert, sondern folgt aus der alten Definition der Pferdestärke: Eine PS war als die Leistung festgelegt, die nötig ist, um 75 Kilogramm in einer Sekunde einen Meter hochzuheben. Rechnet man das in die SI-Einheit Watt um, ergibt sich, dass eine PS exakt 735,49875 Watt entspricht – gerundet die bekannten 0,7355 kW. Der Kehrwert davon ist 1,35962. Merken musst du dir das nicht; es zeigt nur, dass der Faktor sauber definiert ist und nicht irgendwann gewürfelt wurde.
- kW in PS: PS = kW × 1,35962
- PS in kW: kW = PS ÷ 1,35962 (oder PS × 0,7355)
- Merkwert: 1 kW = 1,35962 PS · 1 PS = 0,7355 kW
Die Faustregel fürs Kopfrechnen
Den krummen Faktor 1,35962 hat niemand im Kopf, und für eine schnelle Einschätzung brauchst du ihn auch nicht. Es reicht, mit "mal 1,36" zu rechnen – oder noch gröber: nimm den kW-Wert, schlag rund ein Drittel drauf, fertig.
Ein Beispiel: 100 kW × 1,36 sind etwa 136 PS – und das ist praktisch der exakte Wert. Bei 81 kW kommst du mit der Faustregel auf rund 110 PS, der genaue Wert liegt bei 110,1 PS. Die Abweichung bleibt selbst bei starken Motoren im einstelligen PS-Bereich, also völlig ausreichend, um ein Inserat einzuordnen. Wenn es auf die Nachkommastelle ankommt, etwa beim Vergleich zweier sehr ähnlicher Fahrzeuge, nimmst du den exakten Faktor oder den Rechner.
PS ist nicht gleich "horsepower" (hp)
Vorsicht bei englischsprachigen Datenblättern: Das deutsche PS ist die metrische Pferdestärke, die angelsächsische "horsepower" (hp, oft auch bhp) ist eine andere Größe. Pro Kilowatt zählst du rund 1,341 hp, aber 1,35962 PS. Eine hp ist also etwas größer als eine PS – weshalb dieselbe Leistung in hp eine kleinere Zahl ergibt als in PS.
Im Alltag werden beide oft in einen Topf geworfen, und bei Kleinwagen fällt der Unterschied kaum auf. Bei viel Leistung summiert er sich aber: 147 kW sind 199,9 PS, aber nur rund 197 hp. Wer also eine US- oder UK-Angabe sieht und sie ungeprüft als PS liest, unterschätzt die Leistung leicht. Für deutsche Papiere und Inserate gilt immer die metrische PS mit dem Faktor 1,35962.
Die wichtigsten kW-Werte in PS
Ein paar Werte tauchen besonders oft auf, weil sie typischen Motorisierungen entsprechen. Die folgenden Beispiele geben dir ein Gefühl für die Größenordnung; die vollständige Übersicht von 40 bis 300 kW findest du in der kW-PS-Tabelle.
Drei Marken solltest du dir merken, weil sie psychologisch wichtig sind und in Anzeigen ständig vorkommen: Die runde 100-PS-Grenze liegt bei knapp 74 kW (genau: 74 kW sind rund 100,6 PS). 110 kW entsprechen rund 150 PS (149,6 PS), und die 200-PS-Schwelle erreichst du bei etwa 147 kW (199,9 PS). Wer diese drei Eckpunkte im Kopf hat, ordnet die meisten Pkw sofort richtig ein.
- 66 kW ≈ 90 PS – sparsamer Kompaktwagen
- 81 kW ≈ 110 PS – beliebte Mittelklasse-Motorisierung
- 110 kW ≈ 150 PS – die "goldene Mitte" vieler Limousinen
- 132 kW ≈ 180 PS – kräftiger SUV oder Kombi
- 147 kW ≈ 200 PS – sportlich motorisiert
Wofür du die Umrechnung im Alltag brauchst
Am häufigsten kommt die Umrechnung beim Autokauf ins Spiel. Gebrauchtwagen-Anzeigen mischen kW und PS munter, manche nennen nur eine der beiden Einheiten. Wenn du zwei Fahrzeuge vergleichen willst, musst du sie auf dieselbe Einheit bringen – sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Steht in der Anzeige nur ein gerundeter PS-Wert, rechne ihn ruhig zurück auf kW und gleiche ihn mit dem Feld P.2 im Schein ab, bevor du kaufst.
Auch bei Versicherung und Behördenkram ist der kW-Wert maßgeblich, denn er steht in den Papieren. Manche Tarife und Einstufungen orientieren sich an der Leistung, und dann zählt das, was im Feld P.2 eingetragen ist – nicht die gerundete PS-Zahl aus dem Prospekt. Wie eine konkrete Police oder die Steuer am Ende berechnet wird, hängt allerdings von vielen weiteren Faktoren ab; die Umrechnung liefert dir nur die richtige Ausgangszahl und ersetzt keine verbindliche Auskunft deiner Versicherung oder Zulassungsstelle. Und schließlich willst du vielleicht einfach nur mitreden können: Dein Auto hat laut Schein 85 kW? Dann sind das gut 116 PS – eine Zahl, mit der jeder etwas anfangen kann.
kW-PS-Tabelle: gängige Werte
| Kilowatt (kW) | Pferdestärke (PS) |
|---|---|
| 40 kW | 54,4 PS |
| 50 kW | 68,0 PS |
| 60 kW | 81,6 PS |
| 70 kW | 95,2 PS |
| 80 kW | 108,8 PS |
| 90 kW | 122,4 PS |
| 100 kW | 136,0 PS |
| 110 kW | 149,6 PS |
| 120 kW | 163,2 PS |
| 130 kW | 176,8 PS |
| 140 kW | 190,3 PS |
| 150 kW | 203,9 PS |
| 160 kW | 217,5 PS |
| 170 kW | 231,1 PS |
| 180 kW | 244,7 PS |
| 190 kW | 258,3 PS |
| 200 kW | 271,9 PS |
| 210 kW | 285,5 PS |
| 220 kW | 299,1 PS |
| 230 kW | 312,7 PS |
| 240 kW | 326,3 PS |
| 250 kW | 339,9 PS |
| 260 kW | 353,5 PS |
| 270 kW | 367,1 PS |
| 280 kW | 380,7 PS |
| 290 kW | 394,3 PS |
| 300 kW | 407,9 PS |